Jagdverband Senftenberg

Hunderte Fälle in Süddeutschland
Hantavirus breitet sich rasant aus
19.06.2017, 09:40 Uhr | dpa

Hunderte Fälle in Süddeutschland: Hantavirus breitet sich rasant aus.
Das Hantavirus ist besonders in Süddeutschland aktiv und für Menschen gefährlich. Die Zahl der Erkrankungen nimmt rasant zu. Grund dafür sind Bucheckern.

Meldepflichtige Krankheit: Wie Sie sich vor dem Hantavirus schützen können
Vor allem im Südwesten Deutschlands grassieren derzeit Infektionen mit dem Hantavirus. Seit Beginn des Jahres wurden dem Landesgesundheitsamt 464 Erkrankungen gemeldet, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Sonntag in Stuttgart mitteilte.
Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es noch 22 Fälle. Damit zeichne sich ab, dass 2017 ein "Hantajahr" werde, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne). Bundesweit wurden dem Robert Koch-Institut bis vergangenen Mittwoch 672 Fälle gemeldet. Im Vorjahr waren es zum gleichen Zeitpunkt lediglich 64 Fälle.

Das sollten Sie über das Hantavirus wissen
Das Hantavirus wird von Nagetieren wie der Rötelmaus übertragen und verursacht bei Menschen eine grippeähnliche Krankheit. Auch Blutdruckabfall, Nierenfunktionsstörungen und sogar Nierenversagen können die Folge sein. Baden-Württemberg gehört den Angaben zufolge zu den Hauptverbreitungsgebieten in Deutschland.
Grund für die vielen Fälle ist laut Ministerium ein starkes Vorkommen von Bucheckern im vergangenen Jahr. Sie sind die Hauptnahrungsquelle der Rötelmaus, deren Population durch die gute Futtersituation stark gestiegen ist. Dadurch breitet sich demnach auch das Virus aus. Menschen können laut Ministerium mit erregerhaltigem Staub in Berührung kommen, wenn sie beispielsweise Holzstapel umschichten oder auf Dachböden, in Kellern oder in Garagen umräumen.

Was hat die Zecke übertragen?
Ärzte entdecken unbekannten Erreger - zu spät für den Patienten
22.02.2015, 17:49 Uhr | Nina Weber, Spiegel Online

Nach einem Zeckenstich leidet ein älterer Mann unter Fieber und Schmerzen, ein Antibiotikum schlägt nicht an. Sein Zustand verschlechtert sich rapide. Erst die US-Seuchenschutzbehörde kommt der Ursache auf die Spur.

Der Mann aus Kansas arbeitet häufiger im Garten, er ist über 50. Im Frühjahr 2014 fängt er sich dabei mehrere Zecken ein. Einen der Parasiten entdeckt er erst, als sich das Tierchen an seiner Schulter schon mit Blut vollgesaugt hat.

Antibiotikum bringt keine Linderung
Wenige Tage später fühlt er sich schwach, ihm ist übel, er hat Durchfall. Tags darauf kommen Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Schüttelfrost hinzu. Der Arzt verschreibt ihm das Antibiotikum Doxycyclin - basierend auf der Vermutung, dass sich der Mann durch den Zeckenbiss eine bakterielle Infektion zugezogen hat.

Doch das Mittel bringt keine Besserung. Am folgenden Tag, dem vierten seit Beginn der Symptome, ist der Mann kaum ansprechbar, er wird in eine Klinik eingeliefert. Inzwischen hat der Patient einen Ausschlag im Rumpfbereich. Die Ärzte stellen fest, dass die Zahl seiner weißen Blutkörperchen und Blutplättchen verringert ist, auch seine Natrium- und Kaliumspiegel sind zu niedrig, einige Enzymwerte sind erhöht.

Ausschlag auf dem ganzen Körper
Die Mediziner setzen die Antibiotikumgabe fort, doch der Zustand des Patienten verbessert sich nicht. Seine Temperatur ist erhöht, er fühlt sich schlecht und hat keinen Appetit. Tests auf mehrere von Zecken übertragene Krankheiten sind negativ. Weder hat der Mann Rocky-Mountains-Fleckfieber, noch leidet er unter Lyme-Borreliose oder Erlichiose. Q-Fieber, Brucellose, Tularämie sowie Tests auf verschiedene Pilze liefern ebenfalls kein positives Ergebnis.
Am achten Krankheitstag wird der Patient in ein Spezialzentrum verlegt. Inzwischen hat er Fieber mit einer Temperatur bis zu 39,4 Grad. Der Ausschlag findet sich auf Brust, Bauch und Rücken. In seinem Gaumen, an Armen und Beinen sehen die Ärzte sogenannte Petechien, rote Pünktchen, die auf Blutungen in den kleinsten Gefäßen zurückgehen. In beiden Lungenflügeln ist beim Atmen ein Rasseln zu hören. Die Zahl der Blutplättchen, die für die Gerinnung wichtig sind, ist weiter gesunken.
Tags darauf nehmen die Atembeschwerden derart zu, dass der Patient beatmet werden muss. In der Lunge und im gesamten Brustraum hat sich Flüssigkeit angesammelt.

Patient stirbt nach mehreren Reanimationen
Der Mann kommt auf die Intensivstation, wo er weiter beatmet wird und zusätzlich Medikamente erhält, die gegen ein breites Spektrum von Krankheitserregern wirken. Doch nun versagen seine Nieren und sein Herz.
Nach mehreren Reanimationen fällt die Entscheidung, die Behandlung zu beenden. Der Mann stirbt kurz darauf, elf Tage nach dem Auftreten der ersten Symptome.

Bourbon-Erreger entdeckt
Blutproben des Patienten gehen an die US-Seuchenschutzbehörde CDC, wo Forscher unter anderem nach dem seltenen, von Zecken übertragenen Heartland-Virus suchen. Sie entdecken jedoch etwas anderes: Virus-Erbgut, das zu keinem bekannten Erreger passt. Im Labor züchten sie die Viren an und gleichen das Erbgut mit dem anderer Viren ab.
Der bis dahin unbekannte Erreger gehört zur Gruppe der Thogotoviren, berichten die Forscher der CDC um Olga Kosoy gemeinsam mit Kollegen von der Universität und Gesundheitsbehörde von Kansas. Mehr als sechs Untergruppen dieser Viren sind bekannt, zwei davon können nach heutigem Wissensstand Erkrankungen beim Menschen auslösen, schreiben die Forscher im "EID Journal" . Beschrieben sind wenige Fälle aus Europa, Afrika und Asien. Die Wissenschaftler schlagen vor, den neu beschriebenen Erreger nach dem County zu benennen, in dem er erstmals aufgetreten ist: Bourbon.

Ob tatsächlich das Virus zum Tod des Patienten geführt hat, lässt sich nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen. Die hohe Viruslast in Blutproben, die zwei Tage vor seinem Tod entnommen wurden, deutet nach Ansicht der CDC-Forscher darauf hin. Ebenso ist noch unklar, ob das Virus durch die Zecken übertragen wurde. Die CDC weist aber darauf hin, dass es generell sinnvoll ist, sich durch entsprechende Kleidung, Verhaltensmaßnahmen und Anti-Zecken-Mittel vor den Parasiten zu schützen.

Weitere Untersuchungen sollen jetzt zeigen, wie weit der Erreger in den USA verbreitet ist.

Von Tieren übertragbare Krankheiten

Dies soll keine Panikmache durch uns sein! Wir wollen lediglich einige Hinweise und Erklärungen weiterleiten die wir im Netz gefunden haben.
Eine gesunde Sauberkeit und einige Verhaltensregeln helfen das Risiko einer Erkrankung weitgehendst zu Verhindern

Salmonellen
Vor allem reptilien können Salmonellen übertragen. Doch auch Katzen, Meerschweinchen und Hunden kommen als Überträger infrage. Beim Menschen können die Erreger Hautinfektionen, Blutvergiftungen, Knochen- und Hirnhautentzündungen auslösen.

Würmer
Haustiere können auch Würmer wie den Fuchsbandwurm, den Hundebandwurm, den Hunde- oder den Katzenspulwurm auf Menschen übertragen. Mögliche Folgen sind Organ- und Gewebeschäden wie Leberversagen. Im schlimmsten Fall kann Wurmbefall zum Tode führen.

Toxoplasmose
Vor allem Katzenübertragen Toxoplasmose. Den Erreger tragen rund 50% der Deutschen in sich, doch nur bei wenigen zeigen sich Krankheitszeichen. Typische Symptome sind Schwellungen der Lymphknoten, Fieber oder Kopfschmerzen. Außerdem sind psysische Veränderungen möglich. Im weiteren Verlauf kann es zu Gehirn- und Gehirnhautentzündungen kommen.

Blutvergiftung
Haustiere können auch Bakterien der Gattung ´Pasteurella multocida´übertragen. Bei infizierten Menschen drohen eine Blutvergiftung, Hirnhaut-, Knochen- oder Lungenentzündung.

Wundbrand
Gefährlich ist auch der Erreger ´Capnocytophaga canimorsus´. Eine Erkrankung mit dem Keim kann beim Menschen einen lebensgefährlichen Wundbrand oder eine Herzinnenhautentzündung auslösen.

Zecken und Flöhe
Unter anderem über Hunde und Katzen kommen Menschen auch mit Zecken in Kontakt. Die Spinnentiere können Borreliose oder Frühsommer- Meningoenzephalitis(FSME) übertragen, was wiederum zu einer Hirnhautentzündung führen kann. Nach dem Stich bleibt eine kleine Wunde mit großflächigem Juckreiz.

Flöhe
Flöhe können vom Haustier auf den Menschen überspringen. Betroffene merken dies an kleinen Stichwunden und Juckreiz. Durch Kratzen bilden sich offene Stellen in der Haut, die sich entzünden können.

Pseudokrätze
Fast alle Haustiere haben Milben, die auch Menschen befallen können. Dies führt zwar zu Juckreiz, doch vermehren können sich die Parasiten auf dem menschlichen Körper in der Regl nicht. Mit einer speziellen Salbe können Milben abgetötet werden.